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Gründungszeit ab 1920
Erzählen heute Ältere von der damaligen Zeit, schüttelt manch Jüngerer ungläubig den Kopf oder lächelt mitleidig. Nur seiner guten Erziehung ist es wahrscheinlich zu verdanken, den Erzähler nicht als Sprüchemacher zu betiteln. Wer kann es heute schon glauben, dass zum Beispiel ein Fußball 9 Millionen Mark gekostet hat, oder dass der Vereinsbeitrag für ein viertel Jahr 15 Millionen Mark betrug, oder dass bei der Bestellung eines Vereinsabzeichens der Preis 6000 Mark betrug, bei der Auslieferung aber bereits 400000 Mark gezahlt werden mussten. Deshalb kann man sicher verstehen, dass ein neuer Ball genauso bewundert wurde, wie heutzutage ein teures Auto.
 
Neben diesen finanziellen Hürden kam hinzu, dass dieser neue Sport als gesundheitsschädigend bezeichnet wurde. Ja sogar Rohheit wurde ihm von seinen Gegnern nachgesagt. Es war deshalb kein Wunder, wenn besorgte Eltern ihren Söhnen das Fußballspiel verboten. Natürlich waren auch die Platzverhältnisse meistens sehr bescheiden und von einem regelmäßigem Spielbetrieb nach heutigen Vorstellungen konnte man auch nicht sprechen.
 
Die Fahrten zu den Auswärtsspielen wurden bei jedem Wetter in erster Linie mit dem Fahrrad bestritten. Nur in Ausnahmefällen wurde die Eisenbahn benutzt, denn meistens fehlte das Geld für so einen Luxus. Welcher Stellenwert der Fußball in jener Zeit hatte, kann man einer Episode entnehmen, die Richard Schmid öfters erzählte:
Als nach einem Spiel in Altenstadt die Heimreise mit dem Zug angetreten wurde, kam vom Schaffner vor Eintreffen des Zuges die Durchsage, dass Musikanten und Fußballer im letzten Wagen einsteigen müssen. 1924 war es gerade dieser Richard Schmid, der im jungen Verein neue Zeichen setzte und für neuen Aufschwung sorgte. Da zu dieser Zeit viele ältere Spieler aus der Gründerzeit ihre Laufbahn beendeten, war er gezwungen, mit jungen Spielern eine neue Mannschaft zusammenzustellen. Sein Organisationstalent und seine Fähigkeit Begeisterung auf andere zu übertragen war die richtige Mischung für diese Mannschaft. Dies zeigte sich auch daran, dass diese Gemeinschaft einige Jahre zusammenblieb und somit zu einer homogenen Einheit zusammenwuchs. Es war ganz natürlich, dass sich dadurch das spielerische Niveau steigerte und sich auch sportliche Erfolge auf dem Spielfeld einstellten. Der erste größere Erfolg war, als man am 13.12.1925 gegen Schelklingen durch ein Tor von Paul Schuhmacher 1:0 gewann und in die B-Klasse aufstieg.
 
 In dieser Mannschaft spielten damals:
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v.l.n.r.  Paul Kempf, Alois Hinträger, Richard Schmid, Jakob Lechleiter, Stefan Segger, Paul Schuhmacher, Kaspar Fortner,
    Julius Weitmann, Josef Rafensteiner, Andreas Pfenninger, Hermann Schaller, Anton Schuhmacher, Alois Haid
 
 
 
Dieser Erfolg war natürlich Ansporn für für die nächsten Jahre und so wurde auch in den darauffolgenden Spielen Ergebnisse erzielt, die sich sehen lassen konnten.
Ein besonderer Leckerbissen war am 12.04.1927 das Freundschaftsspiel gegen die Junioren von Bayern München. Für die damalige Zeit war dies eine Sensation und unsere Stadt war für kurze Zeit der Mittelpunkt in der Region. Im nächsten Jahr gab es für die Spieler nur ein Ziel, den Aufstieg in die A-Klasse. Dieses Vorhaben konnte nach einer sehr erfolgreichen Saison 1931 erreicht werden. Am 07.06.1931 gelang es im entscheidenden Spiel die Sportfreunde Ulm mit 6:2 zu besiegen.
 
Die siegreiche Mannschaft:
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v.l.n.r.  Wegele, Vogel A., Schuhmacher P., Klotz, Weyhing, Lechleiter, Schwarz, Hinträger A., Weitmann J., Martin, Mayer,
Ritter, Spielmann
 
 
 
Dieser Erfolg verursachte nicht nur große Freude, sondern auch enormen Aufschwung für den ganzen Verein. Leider brach 1932 die schwere Weltwirtschaftskrise über Deutschland herein. Unter dieser hatten natürlich alle Vereine zu leiden. Wenn man bedenkt, dass zu dieser Zeit 6 Millionen Menschen arbeitslos waren, kann man sich vorstellen, dass sich dies auch auf den Sport auswirkte. Aber wie immer im Vereinsleben konnten persönliche Opfer und Idealismus diese Zeit meistern. Trotz allen Schwierigkeiten konnte die A-Klasse gehalten werden. Großen Anteil an den damaligen guten Ergebnissen hatte vor allem das junge, talentierte Stürmertrio Kießling, Konrad, Maier, das auch für die Zukunft Großes versprach.
 
1. Mannschaft in den Jahren 1934-1937 
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v.l.n.r.  Anton Vogel, Anton Deibler, Anton Diepolder, Alois Hinträger, Josef Maier, Narzis Konrad, Anton Hehl, Theo Klotz,
Karl Mareis, Anton Kießling, Andreas Bux, Andreas Degant, Karl Merk
 
 
 
Leider kommt vieles anders als man denkt. Am 01.09.1939 brach der 2. Weltkrieg aus. Kaum einmal vorher wurde die Jugend der ganzen Welt von einem Ereignis so getroffen, wie von diesem Krieg. Erst nach Kriegsende wurde mit Schaudern festgestellt, welch großes Unglück die Menschen erleiden mussten. Nicht nur in den Familien wurde um Angehörige getrauert, auch in den Vereinen hinterließen die Gefallenen und Schwerverletzten große Lücken. Zu jener Zeit jeder nur ein Ziel vor Augen, so gut es ging zu überleben. Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit und Hunger gab es zu meistern und Familien suchten ihre Angehörigen, die in allen Richtungen verstreut waren.
 
Aber trotz aller Trostlosigkeit gab es sportbesessene Menschen, die auch in dieser Zeit den Sport nicht vergaßen. Einer von diesen war Walter Kilgus.
Schon Ende 1945 hatte er eine Mannschaft zusammengestellt, die wieder den Spielbetrieb aufnahm. Dies war aber nicht so einfach, wie es sich heute anhört. Vor allem fehlte es an Spielern. Aber auch die Trikots mußten aus Fahnenstoff und die Hosen aus Zuckersäcken selbst gemacht werden. Fußballschuhe bedeuteten Luxus und konnten meistens nur gegen Lebensmittel oder Zigaretten am schwarzen Markt beschafft werden. Auch der Segen der amerikanischen Militärregierung war notwendig, um einen Verein gründen zu können. So war es nicht verwunderlich, dass bei einer Spielerbesprechung plötzlich die Militärpolizei erschien und nur unter Aufbietung aller bescheidenen englischen Sprachkenntnissen der anwesenden Spieler Heinz Scholl, Anderl Degant, Hans Zimmermann und Eugen Hitz die Amerikaner davon überzeugt werden konnten, dass keine neue nationale Bewegung gegründet werden sollte.
 
Aber trotz aller Turbulenzen entwickelte sich so nach und nach ein normaler Spielbetrieb. Von großem Vorteil war, dass unter den vielen zugezogenen Heimatvertriebenen hervorragende Fußballer waren und somit eine willkommene Verstärkung bedeuteten. War es der Wunsch, die furchtbare Kriegszeit so schnell wie möglich zu vergessen oder war es das alles verbindende Element der Kameradschaft, auf jeden Fall ging es stetig aufwärts. Aber auch der Wunsch und der Wille etwas zu gestalten, war der Motor in allen Bereichen der damaligen Gesellschaft. So auch im Sport. Besonders auffallend war damals die Verbundenheit zwischen den Aktiven und ihren Fans. Bei einigen war der Verein ihre Ersatzfamilie. Der Begriff Vereinsfamilie hatte zu dieser Zeit seine Berechtigung und war kein leeres Gerede.
Heute sind Vereine bei vielen ein egoistisches Mittel zum Zweck, um das persönliche Bedürfnis abdecken zu können. Verbundenheit zum Verein oder zur Stadt, oder gar Verantwortung zu übernehmen, steht für die meisten nie zur Disposition.